Zehn Jahre Gemeindesekretärin

Eslohe. Pfarrer Jürgen Rademacher und Finanzkirchmeister Dr. Hans Dürr überraschten jetzt Silke Ludemann in ihrem Esloher Gemeindebüro mit einem Strauß Blumen.

Der Anlass: Seit zehn Jahren ist sie die Gemeindesekretärin der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar. Jürgen Rademacher weiß an ihr besonders zu schätzen, dass sie eine echte Esloherin ist und daher immer noch mehr aus dem Ort weiß als er, auch wenn er nach 30 Jahren in Eslohe mehr als ein Zugereister ist. Aber Silke Ludemann weiß sogar über die Anfänge der Kirchengemeinde vor 70 Jahren gut Bescheid, ihre Esloher Oma gehörte gleich in den Gründungjahren zu der Evangelischen Kirchengemeinde, die ihren Schwerpunkt damals noch in Dorlar hatte. Auch Hans Dürr ist voll des Lobes für die Gemeindesekretärin.

Und beide Männer wissen: Ein funktionierendes Gemeindebüro ist ein gutes und wichtiges Fundament für eine funktionierende Kirchengemeinde.

Foto: Finanzkirchmeister Dr. Hans Dürr (links) und Pfarrer Jürgen Rademacher überraschten jetzt Silke Ludemann mit einem Strauß Blumen, weil die Esloherin seit zehn Jahren die Gemeindesekretärin der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar ist.

Neujahrskaffee 2017

Das Kaffeetrinken ist jedermann bekannt, bei jedermann beliebt und jedes Jahr immer wieder gerne angenommen. Am 15. Januar Sonntagmorgen im Gottesdienst lud Herr Pastor Rademacher noch einmal ein. Er äußerte Bedenken wegen des kalten, eisigen Winterwetters mit glatten Wegen und Straßen. Ist wohl wie immer volles Haus im kath. Pfarrheim in Wenholthausen??!!

Um 14.30 Uhr begann das Kaffeetrinken. Langsam, sehr langsam füllte sich der Saal; sollte Herr Pastor mit seiner Ahnung recht behalten? Doch dann waren alle Plätze besetzt; es zeigte sich wieder einmal, wie beliebt und berühmt dieses Gemeindetreffen immer wieder ist. In kurzer Zeit kann das Neujahrskaffeetrinken mit der Gemeinde „Silberhochzeit“ feiern, so lange Jahre findet es schon statt. Kaffeeduft zog köstlich durch die Räume, festlich waren die Tische gedeckt. „Oh wie schön, dass ihr da seid!“ leuchtete im Kerzenschein in den Laternen.

Mit einem Neujahrsgebet begann das Kaffeetrinken, es folgte die Begrüßung der Gäste. Wie jedes Jahr war auch der Instrumentalkreis eingeladen; er gehört schon seit Jahren zum festen Programm. Herzlichen Dank für die musikalische Begleitung! Auch die Familie Link sind gern gesehene und gern gehörte Gäste; sie sangen in Begleitung eines Akkordeons ein deutsches und ein russisches Volkslied. Belohnt wurden sie mit einem großen Applaus. Nun wurde das Kuchenbuffet eröffnet: Nuss-, Marzipan-, Käsekuchen und, und, und. „Aber bitte mit Sahne!“ Auch appetitliche Wurst- und Käseschnittchen standen bereit; es war für jeden etwas dabei.

Was ist ein Gemeindetreffen ohne ein Spendenaufruf: Frau Thimm berichtete von einer Pfarrgemeinde aus Tansania. Dort arbeitet Herr Pastor Lugemeleza mit vielen ehrenamtlichen Helfern als Seelsorger unter widrigen und beschwerlichen Umständen. Vieles, fast alles wird durch Spenden finanziert. So wanderte der Klingelbeutel von Tische zu Tisch; er füllte sich mit 235,00 €. Allen Gebern und Spendern sei recht herzlich gedankt. Auch Herr Pastor Lugemeleza in Tansania wird sich sehr freuen und sehr dankbar sein.

Herr Pastor Rademacher hielt eine kleine Predigt. Thema: Was ist Zeit??!! Dazu hielt er eine kleine Sanduhr in seiner Hand. Unaufhörlich rinnt der Sand durch diese Uhr; bei den Menschen rinnt die Zeit von der Geburt bis zum Tod. Die Zeit liegt in Gottes Hand, unsere Zeit
hält er in seiner Hand, so sagt es die Bibel. Mit dem Segen schloss Herr Pastor Rademacher das Neujahrskaffeetrinken 2017 in Wenholthausen.

Allen Helfern, ob in Küche oder Saal, allen Bäckern der köstlichen Kuchen, allen Mitwirkenden, die dieses Treffen wieder so perfekt gestaltet haben, sprechen alle Gäste ihren herzlichen Dank aus.

Reister Kirche verkauft

Die evangelische St.-Christopheri-Kirche in Reiste muss nicht abgerissen werden, die Kirchengemeinde Dorlar hat eine Käuferin gefunden. Das entwidmete Gotteshaus soll zur Kunst- und Begegnungskirche werden.

Am 1. Dezember 1968 wurde die neugebaute St.-Christopheri-Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar in Reiste feierlich eingeweiht. Ohne dass es jemand bewusst so geplant hätte, wurde jetzt am 1. Dezember 2016 der Vertrag unterschrieben, mit dem die Dorlarer Kirchengemeinde die Kirche an Marianne Schneider verkauft hat. Bereits im November 2011 ist die Evangelische Kirche in Reiste entwidmet worden. Die Kirchengemeinde, zu der vornehmlich die Evangelischen der Esloher Kommune gehören, hatte sich den Weg zur Schließung der Kirche nicht leicht gemacht, musste aber aufgrund sinkender Gemeindegliederzahlen und schwieriger werdender Finanzen Einschnitte vollziehen: Die Gemeindearbeit wurde in Eslohe konzentriert. Sehr verantwortungsvoll nahm das Presbyterium als Leitungsgremium der Gemeinde seine Aufgabe wahr, etwa durch eine sehr offene Kommunikations- und Beteiligungsstruktur für die Gemeindeglieder.

Genau so engagiert und entschlossen versuchten Pfarrer Jürgen Rademacher und das Presbyterium anschließend eine neue Verwendung für die Kirche zu finden. Ein Abriss wäre für alle Verantwortlichen zu schmerzlich gewesen. Doch alle Gespräche und auch der Einsatz eines Maklers blieben erfolglos. Große Hoffnung setzte die Kirchengemeinde zwischendurch in das Leader-Projekt „4 mitten im Sauerland“ der Kommunen Meschede, Schmallenberg, Eslohe und Bestwig, bei dem das Konzept einer kulturellen Begegnungsstätte in der evangelischen Reister Kirche sogar als A-Projekt eingestuft wurde. Mit dem Esloher Kunstverein „Pro Forma“ hatte die Kirchengemeinde schon den richtigen Kooperationspartner an ihrer Seite. Doch trotz großzügigster Förderung hätte das Projekt die Kirchengemeinde am Ende finanziell überfordert. Auch bei den Überlegungen für das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) für Eslohe brachte sich die Kirchengemeinde ein. Aber zum Schluss war klar, dass sie das Gebäude nicht würde halten können.

Und Eigentum verpflichte ja auch, so Pfarrer Jürgen Rademacher. Selbst wenn sich evangelische Reister in den vergangenen Jahren dankenswerterweise immer vorbildlich um die Außenanlagen der Kirche gekümmert hätten, war das Gebäude doch ein ungenutztes. Fast in jeder Sitzung habe das Presbyterium in 2016 über die Reister Kirche gesprochen. Und deshalb habe sich das Gremium entschieden, wenn kein Verkauf des Gebäudes möglich sei, dann müsse man nun auch den Abriss der Kirche in Erwägung ziehen. Eine schmerzliche Entscheidung, die sich kein Presbyterium leicht macht.

In dieser Situation war im Sommer 2016 Marianne Schneider aus Visbeck in einem Reister Gasthaus, wo die Grundschullehrerin ihren Eintritt in den Ruhestand feierte. Die Malerin hatte schon länger den Traum von einer kulturellen Begegnungsstätte – und hier war ihr die Möglichkeit dafür auf einmal greifbar nahe. Die beiden Seiten – Verkäufer und Käufer in spe – wurden sich schnell einig. Auch die zahlreichen Formalitäten, die notwendigerweise bei dem Verkauf einer ehemaligen Kirche zu bedenken sind, wurden zügig mit der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld abgestimmt und von dort genehmigt.

Und so hat sich wenige Monate vor einer möglichen Entscheidung für den Abriss der Kirche doch noch eine Käuferin gefunden – und die bringt ihrerseits ein ganz ähnliches Konzept für das Gebäude mit, wie es die Kirchengemeinde bereits hatte. Dabei ist ihr die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes wichtig, nicht umsonst nennt sie ihr Projekt „Kunst- und Begegnungskirche“. Und zur Kunst gehört natürlich auch die Musik: Die mobile Orgel wird in der Kirche bleiben. Die Reister Frauenhilfe wird sich weiterhin in den Räumlichkeiten treffen. Die neuen Besitzer hoffen auch auf andere Vereine und Gruppen, die das Gebäude ebenfalls nutzen möchten. Im Frühjahr soll in der neuen Kultur- und Begegnungskirche nochmal Gottesdienst gefeiert werden, ein Posaunenchor ist bereits eingeladen.

So war der 1. Dezember diesmal kein fröhlicher Tag für die Kirchengemeinde Dorlar, aber doch ein sehr guter. Denn die Reister Kirche, die über 40 Jahre treu den Dienst für die Evangelischen vor Ort geleistet hat, wird nun nicht abgerissen, sondern soll auch in Zukunft Menschen zusammenbringen.