Reister Kirche verkauft

Die evangelische St.-Christopheri-Kirche in Reiste muss nicht abgerissen werden, die Kirchengemeinde Dorlar hat eine Käuferin gefunden. Das entwidmete Gotteshaus soll zur Kunst- und Begegnungskirche werden.

Am 1. Dezember 1968 wurde die neugebaute St.-Christopheri-Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar in Reiste feierlich eingeweiht. Ohne dass es jemand bewusst so geplant hätte, wurde jetzt am 1. Dezember 2016 der Vertrag unterschrieben, mit dem die Dorlarer Kirchengemeinde die Kirche an Marianne Schneider verkauft hat. Bereits im November 2011 ist die Evangelische Kirche in Reiste entwidmet worden. Die Kirchengemeinde, zu der vornehmlich die Evangelischen der Esloher Kommune gehören, hatte sich den Weg zur Schließung der Kirche nicht leicht gemacht, musste aber aufgrund sinkender Gemeindegliederzahlen und schwieriger werdender Finanzen Einschnitte vollziehen: Die Gemeindearbeit wurde in Eslohe konzentriert. Sehr verantwortungsvoll nahm das Presbyterium als Leitungsgremium der Gemeinde seine Aufgabe wahr, etwa durch eine sehr offene Kommunikations- und Beteiligungsstruktur für die Gemeindeglieder.

Genau so engagiert und entschlossen versuchten Pfarrer Jürgen Rademacher und das Presbyterium anschließend eine neue Verwendung für die Kirche zu finden. Ein Abriss wäre für alle Verantwortlichen zu schmerzlich gewesen. Doch alle Gespräche und auch der Einsatz eines Maklers blieben erfolglos. Große Hoffnung setzte die Kirchengemeinde zwischendurch in das Leader-Projekt „4 mitten im Sauerland“ der Kommunen Meschede, Schmallenberg, Eslohe und Bestwig, bei dem das Konzept einer kulturellen Begegnungsstätte in der evangelischen Reister Kirche sogar als A-Projekt eingestuft wurde. Mit dem Esloher Kunstverein „Pro Forma“ hatte die Kirchengemeinde schon den richtigen Kooperationspartner an ihrer Seite. Doch trotz großzügigster Förderung hätte das Projekt die Kirchengemeinde am Ende finanziell überfordert. Auch bei den Überlegungen für das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) für Eslohe brachte sich die Kirchengemeinde ein. Aber zum Schluss war klar, dass sie das Gebäude nicht würde halten können.

Und Eigentum verpflichte ja auch, so Pfarrer Jürgen Rademacher. Selbst wenn sich evangelische Reister in den vergangenen Jahren dankenswerterweise immer vorbildlich um die Außenanlagen der Kirche gekümmert hätten, war das Gebäude doch ein ungenutztes. Fast in jeder Sitzung habe das Presbyterium in 2016 über die Reister Kirche gesprochen. Und deshalb habe sich das Gremium entschieden, wenn kein Verkauf des Gebäudes möglich sei, dann müsse man nun auch den Abriss der Kirche in Erwägung ziehen. Eine schmerzliche Entscheidung, die sich kein Presbyterium leicht macht.

In dieser Situation war im Sommer 2016 Marianne Schneider aus Visbeck in einem Reister Gasthaus, wo die Grundschullehrerin ihren Eintritt in den Ruhestand feierte. Die Malerin hatte schon länger den Traum von einer kulturellen Begegnungsstätte – und hier war ihr die Möglichkeit dafür auf einmal greifbar nahe. Die beiden Seiten – Verkäufer und Käufer in spe – wurden sich schnell einig. Auch die zahlreichen Formalitäten, die notwendigerweise bei dem Verkauf einer ehemaligen Kirche zu bedenken sind, wurden zügig mit der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld abgestimmt und von dort genehmigt.

Und so hat sich wenige Monate vor einer möglichen Entscheidung für den Abriss der Kirche doch noch eine Käuferin gefunden – und die bringt ihrerseits ein ganz ähnliches Konzept für das Gebäude mit, wie es die Kirchengemeinde bereits hatte. Dabei ist ihr die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes wichtig, nicht umsonst nennt sie ihr Projekt „Kunst- und Begegnungskirche“. Und zur Kunst gehört natürlich auch die Musik: Die mobile Orgel wird in der Kirche bleiben. Die Reister Frauenhilfe wird sich weiterhin in den Räumlichkeiten treffen. Die neuen Besitzer hoffen auch auf andere Vereine und Gruppen, die das Gebäude ebenfalls nutzen möchten. Im Frühjahr soll in der neuen Kultur- und Begegnungskirche nochmal Gottesdienst gefeiert werden, ein Posaunenchor ist bereits eingeladen.

So war der 1. Dezember diesmal kein fröhlicher Tag für die Kirchengemeinde Dorlar, aber doch ein sehr guter. Denn die Reister Kirche, die über 40 Jahre treu den Dienst für die Evangelischen vor Ort geleistet hat, wird nun nicht abgerissen, sondern soll auch in Zukunft Menschen zusammenbringen.

Renovierung der Kirche abgeschlossen

In nur zwei Wochen ist die Johanniskirche komplett von oben bis unten renoviert worden. Die Renovierung konnte rechtzeitig zum 3. Sonntag nach Trinitatis abgeschlossen werden. Da sich die Neuigkeit rundgesprochen hatte, war der erste Gottesdienst in der frisch renovierten Kirche auch gut besucht. Die Idee der Malerfirma, die Reliefe hinter dem Altar, die die 12 Tore Jerusalems darstellen sollen, farblich ein wenig besser zur Geltung zu bringen, wurde von den Gottesdienstbesuchern freudig begrüßt. In seiner Gottesdiensteröffnung dankte Herr Rademacher der Malerfirma und allen Freiwilligen, die zum schnellen Gelingen der Renovierung beigetragen haben.

Folgender Artikel stand anschließend in der lokalen Presse. Abgedruckt mit freundlicher Genehmigung.

Von Erika Biskoping
Eslohe. Alle packen mit ins Rad, wenn es bei der evangelischen Kirchengemeinde etwas zu tun gibt. So auch als die Renovierung des Kirchenschiffs der St. Johannis Kirche in Eslohe anstand. Viele Helferinnen und Helfer aus der Gemeinde waren unterstützend tätig beim Aus- und Einräumen des Innenraumes. Pfarrer Jürgen Rademacher schätzt die Hilfe sehr, auch bei der Auswahl der Beleutungskörper für die Lampen war jeder Ratschlag und jede Meinung gefragt, um die richtige Wahl zu treffen. Besonders dankbar aber ist Rademacher dass auch die Feiern der zentralen Gottesdiente in Eslohe, von vielen Gemeindemitgliedern mitgetragen werden. Gemeindemitglieder aus allen Orten kommen teilweise regelmäßig nach Eslohe, um den Gottesdienst zu feiern und vielfach auch aktiv mitzugestalten, wie sie es schon in Reiste, Wenholthausen oder Dorlar getan haben. „Nach dem Verkauf der St. Hatthäi- Kirche in Wenholthausen sind wir bestrebt, den Erlös wieder in unsere Gemeinde zu investieren, um sie für zukünftige Jahre besser zu rüsten“, erklärt Pfarrer Jürgen Rademacher. Er wünscht sich das alle wichtigen Räume und Funktionen um die Kirche herum zentriert werden. Dieses sind: der Gemeinderaum, das Pfarrbüro und das Gemeindebüro. Sie sollen für die Gemeindemitglieder leichter zugänglich sein. Die Grundsanierung des Gemeinderaumes wurde bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen. Nun ist die Renovierung des Innenraums der Kirche durch einen neuen Anstrich, neue Beleuchtungskörper und Ausbesserung der Bodenplatten abgeschlossen. Es folgt noch der Umbau des Pfarrhauses mit Eingliederung des neuen Gemeindebüros. Auch die Errichtung eines barrierefreien Zugangs zum Gemeinderaum wird im Sommer 2013 noch Wirklichkeit.

Veränderungen am ev. Friedhof in Dorlar

von Jens Gesper

Auf dem SauerlandRadring ist viel Schönes zu sehen. Auch wenn es sich jetzt etwas morbide anhört: Seit Neuestem auch wieder der Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar. Nicht etwa, weil er frisch angelegt wurde. Im Gegenteil. Er liegt hier bereits seit Jahrzehnten, fast seit den Anfängen der Kirchengemeinde, die 1951 hier mit der benachbarten St.-Petri-Kirche ihre Kirche bekam. Aber in diesem Jahr wurde die Bepflanzung ausgelichtet und damit auch wieder der Blick frei auf den malerisch gelegenen Friedhof unterhalb des Waldes und oberhalb des SauerlandRadrings.

Dabei hatte die Kirchengemeinde vor wenigen Monaten schon ein bisschen überlegt, ob sie den Friedhof ganz schließen sollte. Das Problem: Friedhöfe müssen kostendeckend funktionieren. Das ist schwierig, wenn es alljährlich nur noch ein oder zwei Beerdigungen gibt. Und was machte die Dorlarer Kirchengemeinde? Sie holte sich Rat und Sachverstand von außen, hielt Rücksprache mit der kreiskirchlichen Verwaltung – die Esloher Evangelischen gehören zum Kirchenkreis Wittgenstein.

Im Frühjahr kam eine Expertin von der Evangelischen Kirche von Westfalen aus Bielefeld zum Ortstermin ins Sauerland. Gemeinsam schauten sich Verantwortliche der unterschiedlichen Beteiligten die Situation auf dem knapp 1400 Quadratmeter großen Grundstück in Dorlar an. Auf dem Friedhof ist auch heute noch die Grabstätte von Pfarrer Friedel Birker. Er war nicht nur Gründer des Dorlarer Martinswerks, der erste evangelische Pfarrer in Dorlar, der Erbauer der St.-Petri-Kirche, sondern auch ein aufrechter Pfarrer der Bekennenden Kirche in den schwarzen Nazi-Jahren.

Am Ende war das bereits bestehende, große Engagement ausschlaggebend: zum einen erhebliche ehrenamtliche Arbeit, zum anderen hatte die bisher letzte Spendenaktion im Jahr 2014 mehr als 2000 Euro für den Friedhof ergeben.

Aufgrund dieser Fakten entschied sich die Kirchengemeinde nach der Beratung durch die Landeskirche dafür, den Friedhof so lange wie möglich zu erhalten. Und sofort waren sie wieder da, die ehrenamtlichen Helfer. So wurden bereits ein paar Bäume gefällt, derzeit wird gerade der Zaun ums Gelände ausgebessert. Und die Kirchengemeinde hat sich außerdem schon ein paar Neuerungen einfallen lassen. Zum Beispiel sollen künftig Baumbeisetzungen möglich sein.

Wer mehr über die Pläne und künftigen Möglichkeiten auf dem Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar wissen möchte, wendet sich an Pfarrer Jürgen Rademacher unter Tel. (02973) 550. Und wer nichts wissen möchte, der fährt einfach mal auf dem SauerlandRadring zwischen Eslohe und Bad Fredeburg an dem malerisch gelegenen Friedhof vorbei.