Veränderungen am ev. Friedhof in Dorlar

von Jens Gesper

Auf dem SauerlandRadring ist viel Schönes zu sehen. Auch wenn es sich jetzt etwas morbide anhört: Seit Neuestem auch wieder der Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar. Nicht etwa, weil er frisch angelegt wurde. Im Gegenteil. Er liegt hier bereits seit Jahrzehnten, fast seit den Anfängen der Kirchengemeinde, die 1951 hier mit der benachbarten St.-Petri-Kirche ihre Kirche bekam. Aber in diesem Jahr wurde die Bepflanzung ausgelichtet und damit auch wieder der Blick frei auf den malerisch gelegenen Friedhof unterhalb des Waldes und oberhalb des SauerlandRadrings.

Dabei hatte die Kirchengemeinde vor wenigen Monaten schon ein bisschen überlegt, ob sie den Friedhof ganz schließen sollte. Das Problem: Friedhöfe müssen kostendeckend funktionieren. Das ist schwierig, wenn es alljährlich nur noch ein oder zwei Beerdigungen gibt. Und was machte die Dorlarer Kirchengemeinde? Sie holte sich Rat und Sachverstand von außen, hielt Rücksprache mit der kreiskirchlichen Verwaltung – die Esloher Evangelischen gehören zum Kirchenkreis Wittgenstein.

Im Frühjahr kam eine Expertin von der Evangelischen Kirche von Westfalen aus Bielefeld zum Ortstermin ins Sauerland. Gemeinsam schauten sich Verantwortliche der unterschiedlichen Beteiligten die Situation auf dem knapp 1400 Quadratmeter großen Grundstück in Dorlar an. Auf dem Friedhof ist auch heute noch die Grabstätte von Pfarrer Friedel Birker. Er war nicht nur Gründer des Dorlarer Martinswerks, der erste evangelische Pfarrer in Dorlar, der Erbauer der St.-Petri-Kirche, sondern auch ein aufrechter Pfarrer der Bekennenden Kirche in den schwarzen Nazi-Jahren.

Am Ende war das bereits bestehende, große Engagement ausschlaggebend: zum einen erhebliche ehrenamtliche Arbeit, zum anderen hatte die bisher letzte Spendenaktion im Jahr 2014 mehr als 2000 Euro für den Friedhof ergeben.

Aufgrund dieser Fakten entschied sich die Kirchengemeinde nach der Beratung durch die Landeskirche dafür, den Friedhof so lange wie möglich zu erhalten. Und sofort waren sie wieder da, die ehrenamtlichen Helfer. So wurden bereits ein paar Bäume gefällt, derzeit wird gerade der Zaun ums Gelände ausgebessert. Und die Kirchengemeinde hat sich außerdem schon ein paar Neuerungen einfallen lassen. Zum Beispiel sollen künftig Baumbeisetzungen möglich sein.

Wer mehr über die Pläne und künftigen Möglichkeiten auf dem Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar wissen möchte, wendet sich an Pfarrer Jürgen Rademacher unter Tel. (02973) 550. Und wer nichts wissen möchte, der fährt einfach mal auf dem SauerlandRadring zwischen Eslohe und Bad Fredeburg an dem malerisch gelegenen Friedhof vorbei.